Das HTC Evo 3D im Test
August 30th, 2011 | Posted by
Etwas mehr als einen Monat ist das Android-Smartphone HTC Evo 3D jetzt auf dem Markt und ist zwischen all den Meldungen zum Samsung Galaxy SII oder dem Schwestermodell HTC Sensation etwas untergegangen. Zu unrecht wie ich finde, denn es handelt sich um ein durchaus leistungsfähiges Gerät mit einer 3D Funktion als Gimmick. Und die scheint auch genau das Problem zu sein. Gegenüber dem Sensation ist es da einziges Unterscheidungsmerkmal und ob dies reicht, den deutlich höheren Preis zu rechtfertigen muss jeder für sich beantworten. Was das Evo 3D kann und was es besser machen könnte soll der folgende Test zeigen. Ich schreibe das aus Sicht eines iPhone 4 Nutzers, verzeiht also die häufigere Bezugnahme und Vergleiche mit diesem Gerät.
Gehäuse / Verarbeitung
Packt man des Evo 3D aus sorgt zunächst die schiere Größe des Gerätes für große Augen. Dies ist natürlich dem riesigen 4,3″ Display geschuldet. Nimmt man es in die Hand bemerkt man auch das recht hohe Gewicht. Es liegt mit dem iPhone 4 fast gleichauf. Bei der Dicke muss es sich dem Apple Gerät aber geschlagen geben. Das Evo überragt das iPhone um fast 3 mm. Allerdings fällt des aufgrund der Größe nicht so sehr auf.

Die Verarbeitung ist auf den ersten Blick gut. Die Spaltmaße sind in der Größe vertretbar und gleichmäßig. Auf der Oberseite des Gehäuses finden sich ein Standard 3,5 mm Kopfhöreranschluss sowie die Power-/StandBy-Taste. Ein zusätzliches Mikrofon dient der Unterdrückung von Umgebungsgeräuschen beim Telefonieren. An der linken Seite findet sich lediglich der micro-USB Anschluss. Ein Dockanschluss muss also im Querformat erfolgen. Rechts finden sich neben den Lautstärketasten noch eine erfreulich große Taste um die Kamera auszulösen sowie ein Schiebeschalter für den Wechsel zwischen 2D- und 3D-Kamerafunktion. Leider ist der Kameraauslöser beim meinem Testgerät etwas wackelig. An der Unterseite finden sich nur das Hauptmikrofon und eine Lasche zum öffnen des Akkudeckels.
Hier komme ich auch gleich zum Hauptkritikpunkt dieser Rubrik. Der Akkudeckel ist eigentlich recht stabil, beim Öffnen jedoch hatte ich wirklich Angst ihn kaputt zu machen. Für den Kameraauslöser wurde dort nämlich ein Teil ausgespart was sehr zu lasten der Stabilität geht. Positiv dagegen ist die Riffelung des Deckels zu vermerken. Diese sorgt dafür, dass das Evo 3D wirklich hervorragend in der Hand liegt. Leider sammelt sich aber auch recht schnell Schmutz dort an. Im Gegensatz zu einigen anderen Modellen ragen die zwei Linsen der 3D-kamera nur wenig aus dem Gehäuse. Allerdings sorgen sie dafür, dass das Gerät nie flach auf eine Unterlage aufliegt und so ständig wackelt wenn man dann auf das Display tippt.

Auf der Vorderseite findet sich oben rechts die Linse der 1,3-Megapixel Frontkamera sowie der HTC-typische breite Lautsprecher. Dieser enthält auch eine Status-LED zur Anzeige verpasster Informationen. Unter dem Display befinden sich vier beleuchtete Sensortasten für die üblichen Android-Funktionen. Ich bin eigentlich kein Fan von Sensortasten, da ich außer auf dem Display ein haptisches Feedback mit richtigem klick bevorzuge. HTC simuliert das Feedback mit leichten Vibrationen. Fehlbedienungen werden durch einen ausreichenden Abstand zum Display zwar gemindert, kommen aufgrund des großen Displays immer wieder vor. Recht häufig aktiviert man mit der Hand ungewollt die Suchfunktion, wenn man weiter oben am Display etwas tippen möchte.
Display
Beim Einschalten kommt der nächste Aha-Effekt. Das riesige Display ist schön hell und die Auflösung mit 960 x 540 Pixeln (qHD) dem Retina-Display des iPhone 4 fast ebenbürtig. Dies wirkt zwar aufgrund der kleineren Displayfläche nach einen Tick schärfer, was aber im Alltagsbetrieb nicht wirklich auffällt. Allerdings birgt die große Bildschirmdiagonale auch Nachteile. So erreicht man beim einhändigen Bedienen des Gerätes nicht alle Bereiche des Displays mit dem Daumen.
Highlight ist natürlich die Darstellung von stereoskopischem 3D ohne Brille. HTC setzt dabei, ähnlich wie Nintendos 3D-Spielehandheld 3DS auf ein Display mit Parallaxtechnik. 3D funktioniert allerdings nur im Querformat und die entsprechenden Inhalte müssen einige Anforderungen erfüllen um wirklich gut auszusehen. So sollten Objekte welche mit der integrierten 3D-Kamera gemacht wurden einen Abstand zur Linse von ca. 1 – 10 Metern haben (dazu später mehr). Hat man das richtige Quellmaterial, weiß das 3D-Display allerdings zu beeindrucken. Weniger beeindruckend ist allerdings die extreme Anfälligkeit der Displayscheibe für Fingerabdrücke. Bereits nach sehr kurzer Zeit wirkt es sehr verschmiert. Das kenne ich vom iPhone nicht in diesem Umfang. Ebenfalls negativ ist mir die mangelnde Genauigkeit des Touchscreens aufgefallen. Es war mir kaum möglich ein Wort fehlerfrei zu schreiben.

Wie das Evo 3D sich softwaremäßig schlägt und ob die 3D-Funktion hält was sie verspricht, seht ihr auf der nächsten Seite.
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